Diese fünf Sportlerinnen haben mit Leidenschaft und Fleiß ganz viel erreicht
Marina Bruchmann (SC Hundsmühlen) Kampfsport
Alles abgeräumt: Sowohl auf nationaler als auch internationaler Kampfsportbühne war Marina Bruchmann wieder einmal nicht zu stoppen. Schon bei den German Open in Ofenerdiek lieferte die Kampfsportlerin herausragende Leistungen ab. Nach ihrem Sieg bei den Waffen-Katas räumte sie auch in den Semikontakt-Kämpfen ab. Als Gewinnerin ihrer Gewichtsklasse (-75 kg Frauen) qualifizierte sie sich für den Grand-Champion-Wettbewerb, wo sie den Gesamtsieg aller Gewichtsklassen erkämpfte.
Im Oktober stand die Weltmeisterschaft in Polen an – wo die 27-Jährige mit dem deutschen Team für einen historischen Erfolg sorgte. Erstmals seit 16 Jahren gelang es wieder, in den Semikontakt-Kickboxkämpfen, den Weltmeistertitel der IBF zu holen. Im Einzelwettbewerb gewann Bruchmann zudem die Silbermedaille. „Die ganze WM war ein Highlight, vor allem die Leistung mit dem Team war stark“, sagt die Hundsmühlerin, die auch bei der DM in Neuss vier Mal Gold einheimste.
Turniere und Training mit ihrer beruflichen Tätigkeit als Polizistin in Einklang zu bringen, sei gar nicht immer so leicht – aber es funktioniert. In ihrem Verein, dem SC Hundsmühlen, schätzt sie vor allem die tolle Gemeinschaft. Deswegen freut sie sich auch darüber, dass sie ihr Wissen als Trainerin an den Nachwuchs weitergeben kann.
Kerrin Paustian (RV Ahlhorn) Voltigieren
Die Mischung aus Reiten und Turnen macht ihr schon lange Spaß. Deswegen fühlt sich Kerrin Paustian vermutlich auch beim Voltigieren, das sie beim RV Ahlhorn betreibt, so wohl. Der Deutsche Voltigierpokal (DVP) in Aachen war für das Voltigierteam des RV Ahlhorn der sportliche Höhepunkt des zurückliegenden Sportjahres. Aus einem starken Ahlhorner Mannschaftsergebnis ragte Ausnahmetalent Kerrin Paustian (18) heraus. Sie wurde in ihrer Abteilung für die beste Pflichtleistung sowie das drittbeste Ergebnis aller Teilnehmer geehrt. „Dieses Turnier war wirklich sehr schön und hat mit unserer Gruppe auch echt viel Spaß gemacht“, erinnert sich Kerrin Paustian an das Saisonhighlight gerne zurück. Aber nicht nur beim DVP im Oktober 2025 war die Ahlhorner Gruppe erfolgreich. Vier Monate zuvor standen bereits die Meisterschaften des Landesverbandes Weser-Ems in Lohne auf dem Programm. Die erste Mannschaft unter der Leitung von Louisa Nienaber erreichte auf dem Pferd Nobel de Reve in der Prüfung der S/M Gruppen den starken dritten Platz. Im Junioreneinzel gewann Kerrin Paustian zudem die Silbermedaille.
Was sie am Voltigieren so fasziniere? „Es geht um das Vertrauen zwischen Voltigiererin, Pferd und Longenführerin“, erklärt die 18-Jährige. Und trotzdem gehört im Training natürlich auch der Spaß dazu.
Diana Garde (LGG Ganderkesee) Leichtathletik
Den Höhepunkt der Sportsaison hätte Diana Garde von der LGG Ganderkesee beinahe verpasst. Doch schließlich war sie doch dabei – und lief mit ihren Mannschaftskolleginnen der Konkurrenz davon: Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Masters auf Madeira gewann die Ganderkeseerin mit der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel in der Altersklasse W 55 die Silbermedaille. Starke Platzierungen hatte die LGGG-Athletin zuvor auch schon bei den norddeutschen Titelkämpfen erzielt.„Da lief noch alles nach Plan“, erinnert sich Garde, die sich anschließend jedoch mit einer hartnäckigen Verletzung herumplagte. Unter anderem verpasste sie deswegen die Deutschen Meisterschaften. Lange Zeit war für sie nur Reha- und Stabitraining möglich.
Erst kurz vor der EM konnte die 55-Jährige sich wieder intensiv vorbereiten – allerdings nur noch auf die Laufdisziplin. Auch für den Weit- und Dreisprung wäre sie qualifiziert gewesen. Darauf verzichtete sie aber und konzentrierte sich voll auf die Staffel – mit Erfolg: Zusammen mit Gabi Bauernfeind, Marion Stedefeld und Iris Opitz lief Diana Garde hinter Großbritannien auf den zweiten Platz. Die Siegerinnen hätten sie nicht kriegen können, berichtete Garde. „Insgesamt ist es für uns aber super gelaufen, das war ein tolles Erlebnis.“ Und die Zeit – 55:55 Sekunden – für eine W-55-Staffel vermutlich auch historisch...
Tabea-Marie Meiners (RV Ganderkesee) Reiten
Fest im Sattel: Erfolgreich nahm Tabea-Marie Meiners im vergangenen Jahr an der Europameisterschaft der Ländlichen Vielseitigkeitsreiter teil. In Belgien gewann die Ganderkeseerin mit der deutschen Mannschaft die Silbermedaille und belegte als zweitbeste deutsche Reiterin in der Einzelwertung den neunten Platz.
Für die 27-Jährige kam dieser Erfolg etwas überraschend. „Mein Pferd Ella war damals erst neun Jahre und damit noch recht jung“, erzählt die Reiterin vom RV Ganderkesee, die seit vier Jahren in Lastrup (Kreis Cloppenburg) wohnt. „Bis dahin war Ella immer mein Nachwuchspferd, jetzt ist sie zum Erfolgspferd herangewachsen“, ergänzt Meiners. Deswegen war sie schon froh, dass sie die EM überhaupt ins Auge fassen konnte. „Dass wir tatsächlich nominiert wurden, war echt toll“, erzählt sie und betont in diesem Zusammenhang die stetige Entwicklung von Ella. „Sie macht einen guten Job, ist auch bei der Europameisterschaft sehr zuverlässig und souverän aufgetreten.“
Das Event in Belgien sei an sich schon ein Highlight gewesen“, erinnert sich die Vielseitigkeitsreiterin. Im Oktober 2025 betraten sie und Ella noch einmal Neuland und starteten in Strzegom (Polen) zum ersten Mal bei einer Vier-Sterne-Prüfung. „Das war eine Hausnummer“, sagt Meiners, die auch in diesem Jahr mit ihrem Pferd an den nächsten Erfolgen arbeiten will.
Lilly Janßen (Sandkrug) Handball
Ganz schön viel herumgekommen ist Lilly Janßen – sowohl auf der nationalen als auch der internationalen Handball-Bühne. Dabei stand auch ein Vereinswechsel an. Das Jahr begann für die Torhüterin aus Sandkrug mit einem Paukenschlag. Mit den Frauen des Thüringer HC bestritt sie die beiden European-League-Spiele gegen CB Elche. Beim Hinspiel in Spanien durfte sie „nur“ für einen Siebenmeter zwischen die Pfosten. Das Rückspiel vor heimischer Kulisse bot ihr dann mehr Einsatzzeit. „Das war ein tolles Gefühl, zumal auch meine Leistung passte“, erinnert sich die Sandkrugerin.
Ihre Leistungen passten auch in den Spielen der zweiten Mannschaft (3. Liga) sowie der Thüringer A-Jugend. Mit dem Nachwuchsteam gewann Lilly Janßen im April den DHB-Pokalwettbewerb. Das absolute Highlight folgte im Sommer, als sie mit der U-19-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Montenegro triumphierte. Es war die erste Medaille für eine deutsche Auswahl bei einer U-19-EM, die seit 1996 ausgetragen wird, überhaupt – und dann gleich die goldene. Weitere spannende Erfahrungen seien zuvor die Teilnahme an Länderspielen oder der Sieg beim Vier-Nationen-Turnier in Spanien gewesen. Seit dieser Saison spielt Lilly Janßen in Oldenburg – aktuell mit der VfL-Reserve in der 3. Liga, in der kommenden Saison dann in der Bundesligamannschaft.
Online-Abstimmung
Wer wird Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres 2025 im Landkreis Oldenburg? Die Entscheidung darüber treffen zum einen die „Fans“, denn sie können für ihre Favoriten online abstimmen. Ihr Voting macht 50 Prozent des Ergebnisses aus. Ebenfalls zu 50 Prozent fließt die Beurteilung einer Fachjury mit ein. Seit einer Woche ist das Online-Abstimmungstool für alle geöffnet, die Resonanz ist riesig: Bislang haben schon weit über 1000 Personen ihre Kreuze gemacht. Wie in den Vorjahren gilt: Jeder darf mit gültiger E-Mail-Adresse nur einmal abstimmen. Es muss in allen drei Kategorien – Sportlerin, Sportler und Mannschaft – ein Favorit angeklickt werden. Noch ist genug Zeit: Die Abstimmung läuft bis 4. März und ist HIER zu finden.
Bild zur Meldung: Sportlerehrung









