Kreissporttag bestätigt KSB-Vorstand – Vereine berichten von Wandel

16.​09.​2026

Mit unveränderter Führungsmannschaft geht der Kreissportbund Landkreis Oldenburg in die nächsten zwei Jahre. Beim Kreissporttag in Ganderkesee wurde der bisherige Vorstand um den Vorsitzenden Horst Bokelmann für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Rund 85 Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Sport und Politik waren dazu in die Mensa des Schulzentrums Ganderkesee gekommen. Neben den Wahlen und dem Rückblick auf die Arbeit des Kreissportbundes standen vor allem Themen im Mittelpunkt, die den Vereinssport in den kommenden Jahren prägen werden: Ehrenamt, schulischer Ganztag, Sportstätten und neue Organisationsformen in den Vereinen.

 

Sportvereine sind längst mehr als Orte für Training und Wettkampf. Diese Botschaft zog sich durch den Kreissporttag. Ganderkesees Bürgermeister Ralf Wessel brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Sport verbindet uns, ist viel mehr als Weiten, Ergebnisse und Medaillen. Sport ist Gemeinschaft.“ Dass dies für den Landkreis eine besondere Bedeutung hat, zeigen auch die Mitgliederzahlen: Rund ein Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner ist Mitglied in einem Sportverein. Wessel bezeichnete die Sportstätten deshalb auch als wichtige Orte der Begegnung.

KSB-Vorsitzender Horst Bokelmann griff ebenfalls die gesellschaftliche Rolle der Vereine auf. Darin verwies er zugleich auf die Veränderungen, vor denen der organisierte Sport steht. Besonders der Ausbau des schulischen Ganztags werde die Vereinslandschaft in den kommenden Jahren beeinflussen. Nachwuchsarbeit, Ganztag und Ehrenamt seien dabei eng miteinander verbunden. Damit Kinder und Jugendliche weiterhin den Weg in die Vereine finden, brauche es einerseits die Zusammenarbeit mit Schulen – andererseits aber auch Menschen, die als Trainer, Übungsleitende, Betreuende oder im Vorstand Verantwortung übernehmen.

 

Kontinuität an der Spitze des Kreissportbundes

Personell setzt der Kreissportbund dabei auch in den kommenden zwei Jahren auf Kontinuität. Beim Kreissporttag wurde der bisherige geschäftsführende Vorstand in seinen Ämtern bestätigt. Horst Bokelmann, seit 22 Jahren im Vorstand tätig, bleibt Vorsitzender des Kreissportbundes. Als stellvertretende Vorsitzende gehören weiterhin Herwig Janssen, Dieter Holsten, Holger Kreye und Markus Wolf dem Vorstand an. Komplettiert wird das Gremium durch den Vorsitzenden der Sportjugend, Tamino Büttner.

 

Der Kreissporttag bot zugleich Gelegenheit, auf die Arbeit der vergangenen Monate zurückzublicken. Mit dem Landkreis-Sportabend, der Sportabzeichen-Challenge, dem Sportivationstag, der Sportabzeichen-Ehrung und dem Frauensporttag begleitete und organisierte der Kreissportbund erneut eine Reihe von Veranstaltungen im Landkreis.

 

Blick auf den Landessportbund

Mit André Kwiatkowski richtete auch der Präsident des Landessportbundes Niedersachsen den Blick über den Landkreis hinaus. Er hob insbesondere die gesellschaftliche Funktion der Sportvereine hervor. Dort werde Gemeinschaft geschaffen und Begegnung über Generationen und Herkunft hinweg ermöglicht. „Sportpolitik ist Gesellschaftspolitik“, betonte Kwiatkowski. Damit die Vereine diese Aufgaben erfüllen könnten, brauche es verlässliche Rahmenbedingungen. Ein zentrales Thema bleibt dabei der Sportstättenbau.

 

Wie groß der Bedarf ist, wurde beim Kreissporttag auch anhand konkreter Zahlen deutlich: Im Zusammenhang mit der Sportstättenförderung gab es 35 Beratungsgespräche, aus denen 21 Anträge hervorgingen. Dahinter steht ein Investitionsvolumen von insgesamt rund acht Millionen Euro. Beim Landessportbund wurden dafür Förderungen in Höhe von rund einer Million Euro beantragt – ein deutlicher Anstieg zum vergangenen Jahr. 

 

Neben der Infrastruktur beschäftigte Kwiatkowski vor allem die Zukunft des Ehrenamts. Ohne freiwilliges Engagement funktioniere kein Sportverein. Gleichzeitig verändere sich, wie und in welchem Umfang Menschen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Notwendig seien deshalb Entlastungen, insbesondere bei Verwaltungsaufgaben und Richtlinien. „Unser Ziel ist es, Hürden abzubauen“, sagte Kwiatkowski. Gleichzeitig müsse ehrenamtliches Engagement stärker sichtbar gemacht werden.

 

Auch finanzielle Veränderungen beim Landessportbund kamen zur Sprache. In der bevorstehenden LSB-Delegiertenversammlung soll unter anderem die Gebührenordnung Thema sein. Vorgesehen ist nach dem derzeitigen Stand, den Mitgliedsbeitrag für ab 2028 anzuheben. Anschließend soll der Beitrag für drei Jahre stabil bleiben. Darüber hinaus wurden Pläne thematisiert, wie sich der Landessportbund künftig aufstellen möchte, um die Vereine über die Kreissportbünde noch gezielter unterstützen zu können.

 

Wenn Vereine neue Wege gehen

Wie aktuelle Herausforderungen praktisch gelöst werden können, zeigten zwei Beispiele aus den Vereinen. Beim SC Hundsmühlen steht der schulische Ganztag im Mittelpunkt. Für Clemens Fischer war bereits der Kreissporttag vor drei Jahren ein wichtiger Anstoß, den Kontakt zu einer ersten Grundschule aufzunehmen. Nach einem zunächst schwierigen Start konnte der Verein mithilfe einer Minijob-Förderung Unterstützung für die Koordination schaffen. Inzwischen sollen Angebote an den Grundschulen in Hundsmühlen und Achternmeer starten, auch in Kooperation mit anderen Vereinen. Hilfreich sei dabei auch das KSB-Positionspapier zum Ganztag gewesen, berichtete Fischer, insbesondere bei Fragen zur Ausgestaltung und Preisgestaltung. Sein Rat an andere Vereine: Beratung nutzen und Kooperationen suchen. Auch die Ferienbetreuung könne ein guter Einstieg sein, um zunächst projektbezogen Erfahrungen zu sammeln.

 

Einen neuen Weg geht indes der Wardenburger TV. Dort wurde die Verantwortung von einem Vorsitzenden und Stellvertretenden auf ein Vorstandsteam mit fünf gleichberechtigten Ressortleitungen verteilt. Sylvia Theuser erklärte, dass damit nicht mehr eine einzelne Person das Gefühl habe, für „alle und alles“ verantwortlich zu sein. Stattdessen verteile sich die Verantwortung auf mehrere Schultern, zugleich könnten die Beteiligten ihre unterschiedlichen Stärken einbringen. Vor der Umstellung ließ sich der Verein vom Landessportbund zu Vorstandsstruktur und Satzung beraten.

 

Die Beispiele aus Hundsmühlen und Wardenburg machten deutlich, wie unterschiedlich Vereine auf neue Anforderungen reagieren können. Genau darin lag auch eine zentrale Botschaft des Kreissporttages: Die Herausforderungen im Vereinssport verändern sich – bei Ganztag, Ehrenamt, Sportstätten und Vereinsstrukturen. Gleichzeitig entstehen vielerorts bereits Lösungen, von denen andere Vereine profitieren können.

 

Zahlen, Daten & Fakten

152 Vereine, 47.499 Mitglieder
Zum 1. Januar 2026 waren im Kreissportbund Landkreis Oldenburg 152 Vereine mit insgesamt 47.499 Mitgliedern organisiert. Ein Jahr zuvor waren es 150 Vereine mit 47.733 Mitgliedern. Das entspricht einem Rückgang von 234 Mitgliedern beziehungsweise 0,49 Prozent. Hintergrund sind vor allem eine größere Mitgliederbereinigung in einem Verein sowie der infrastrukturbedingte Umzug eines Vereins in einen benachbarten Landkreis. Insgesamt bleiben die Mitgliederzahlen damit weitgehend stabil.

 

Die größten Fachverbände
Turnen führt mit 18.511 Mitgliedern deutlich vor Fußball (7.973), Pferdesport (4.047) und Schießsport (3.935).

 

Die größten Vereine
Zum Stichtag 1. Januar 2026 war die TSG Hatten-Sandkrug mit 2.970 Mitgliedern größter Verein im Landkreis. Es folgen der SC Hundsmühlen (2.938), der TSV Ganderkesee (2.161), der TV Hude (2.124) und der VfL Wittekind Wildeshausen (1.811).

 

93 Vereine mit mehr als 100 Mitgliedern
Von den 152 Vereinen haben 93 mehr als 100 Mitglieder. Den größten prozentualen Zuwachs unter ihnen verzeichnete der TV Munderloh mit 41,6 Prozent.

 

Wardenburg mit höchster Vereinsquote
Gemessen an der Einwohnerzahl ist der Anteil der gemeldeten Vereinsmitglieder in Wardenburg mit 51,5 Prozent am höchsten. Dahinter folgen Dötlingen mit 49,0 Prozent und Hatten mit 40,7 Prozent.

 

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