Sportregion Delmenhorst/Oldenburg Land positioniert sich klar zum Ganztag: „Qualität hat ihren Preis – Sportvereine dürfen kein Minusgeschäft machen“
Mit Blick auf den ab dem Schuljahr 2026/27 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich hat die Sportregion Delmenhorst/Oldenburg-Land ein umfassendes Positionspapier zum Thema Ganztag vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Rolle der Sportvereine, die Bedeutung von Bewegung für Kinder sowie faire Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen.
„Bewegung, Spiel und Sport sind keine freiwillige Ergänzung, sondern ein zentraler Bestandteil gesunder Entwicklung und ganzheitlicher Bildung“, betont Celina Kreye, BeSS Service Stelle der Sportregion. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigten seit Jahren ein deutliches Bewegungsdefizit bei Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig verbringen Kinder immer mehr Zeit in Schule und Betreuungseinrichtungen. Der Ganztag müsse deshalb zwingend auch als Bewegungsraum verstanden werden.
Sportvereine sehen sich dabei als starke und verlässliche Partner der Schulen. Sie bringen nicht nur sportfachliche Kompetenz ein, sondern vermitteln Werte wie Teamgeist, Fairness, Verantwortung und soziale Teilhabe – davon ist die Sportregion überzeugt. Dieter Holsten, Vorstandsmitglied des Kreissportbundes sagt dazu „Unsere Sportvereine sind in der Lage mehr zu leisten als die reine Betreuung. Verine können hochwertige Angebote schaffen und dabei die Entwicklung von Kindern zu unterstützen! „
Ein zentraler Schwerpunkt des Papiers liegt auf der Finanzierung der Angebote. Die Sportregion positioniert sich deutlich gegen die Erwartung, Ganztagsangebote überwiegend ehrenamtlich oder unterhalb eines angemessenen Vergütungsniveaus umzusetzen. Vereine dürften durch ihr Engagement im Ganztag keinen wirtschaftlichen Nachteil erleiden.
Daher empfiehlt die Sportregion für Bewegungs- und Sportangebote im Ganztag eine Vergütung von 30 bis 50 Euro pro 45-Minuten-Einheit. Die tatsächlichen Kosten seien von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem von der Qualifikation der Übungsleitenden, Vor- und Nachbereitungszeiten, Material- und Nutzungskosten, Verwaltungsaufwand, Fahrtkosten sowie der Gruppengröße. „Qualität hat ihren Preis, dies sollte allen bewusst gemacht werden. Sportvereine sind keine reinen ehrenamtlichen Dienstleister, sondern sind Fachexperten für ihren eigenen Sport“, so Jochem Flege, 1. Vorsitzender des Stadtsportbundes Delmenhorst.
Ziel sei es, nachhaltige und verlässliche Strukturen zu schaffen, die sowohl den Schulen als auch den Sportvereinen Planungssicherheit bieten. Mittelfristig sollten Ganztagsangebote von qualifizierten Übungsleitenden mit anerkannten Lizenzen durchgeführt werden.
Neben finanziellen Fragen beschreibt das Positionspapier auch konkrete Anforderungen an gelingende Kooperationen. Dazu gehören verlässliche Zeitfenster, klare Zuständigkeiten, schriftliche Kooperationsvereinbarungen sowie rechtliche und vereinsorganisatorische Rahmenbedingungen.
Die Sportregion versteht sich dabei als Koordinator, Interessenvertreter und Unterstützer der Sportvereine in der Region. Durch Beratungen, Musterverträge, Fortbildungsangebote und Hilfestellungen bei Kalkulationen sollen Vereine aktiv beim Einstieg in den Ganztag begleitet werden.
Mit dem Positionspapier möchte die Sportregion ein deutliches Signal senden: „Ganztag kann nur dann langfristig erfolgreich gestaltet werden, wenn Bewegung und Sport als wesentliche Bestandteile anerkannt und Sportvereine als gleichwertige Partner auf Augenhöhe eingebunden werden.“ So Horst Bokelmann 1. Vorsitzender Kreissportbund Landkreis Oldenburg.
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