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Spielen ohne Sprachgrenzen

26.02.2019

Ahlhorn Auf einem Fußballfeld gibt es Regeln. Ebenso in einem Fußballverein. Doch längst nicht alle Spieler – oder deren Eltern – verstehen diese Regeln. Nicht, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie es nicht können: Die Deutschkenntnisse sind nicht ausreichend. Solch einen Fall erlebt zurzeit die Jugend der Fußballabteilung des Ahlhorner Sportvereins. „Nichts zu machen, hilft aber auch nichts“, ist der ehemalige Abteilungsvorsitzende Ludger Stratmann fest überzeugt. Deshalb hat der Verein gehandelt.

 
 

Mit dem Abteilungsvorsitzenden Sascha Lanfermann, Ann-Christin Gericks, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Großenkneten, Mareike Appel vom Kreissportbund sowie mit Vanessa Wolf von der Diakonie setzte er sich zusammen. Das Ergebnis zeigten sie jetzt gemeinsam mit Engin Akcay, Frank Gerdes, Ludger Stratmann und Kai Brüning vom Ahlhorner SV sowie Robert Gräfe vom Landessportbund vor. Ein kleines Heft soll die Sprachbarrieren überwinden.

Zum Hintergrund: 130 Jungs und 60 Mädchen sind zurzeit in den insgesamt elf Jugend-Fußballmannschaften des Ahlhorner SV aktiv. 70 Prozent der männlichen jungen Spieler haben einen Migrationshintergrund, bei den Mädchen sind es laut Lanfermann 20 Prozent – macht unterm Strich mehr als 50 Prozent mit einem Migrationshintergrund.

Entweder sprechen die Kinder oder die Eltern wenig deutsch. Das sei schwierig, denn „wir müssen die Eltern ins Boot holen, wir sind auf sie angewiesen“, so Lanfermann. Beispielsweise, wenn es darum gehe, Kinder zu einem Spiel zu fahren. „Dann standen wir schon einmal morgens bei einem Turnier und ein Kind fehlte“, sagt F-Jugend-Trainer Frank Gerdes.

Rund 1500 Heftchen unter dem Titel „Gemeinsam stark im Ahlhorner SV“ sollen helfen, die Sprachbarriere zumindest zu einem Teil zu überwinden. In jeweils zwei Sprachen sind die zu Papier gebrachten Regeln gedruckt – auf deutsch und einer weiteren Sprache. Arabisch, kurdisch, bulgarisch, rumänisch und englisch stehen zur Auswahl. Integrationsbeauftragte Gericks hat mitberaten, welche Sprachen am sinnvollsten wären. Auch 20 Plakate sind gedruckt worden: Die werden künftig dort aushängen, wo Eltern sie auf jeden Fall sehen.

Behandelt werden nicht etwa Spielregeln auf, sondern neben dem Spielfeld: Unter den Punkten „Wertschätzung“, „Ratschläge“, „Motivation“, „Distanz“, „Respekt und Fairness“, „Meinungsverschiedenheiten“ und „Praktische Unterstützung“ wird zusammengefasst, worauf es dem Verein im Miteinander ankommt.

Unterstützt worden waren die Organisatoren bei der inhaltlichen und optischen Gestaltung der Hefte vom Landessportbund Niedersachsen: Da der Ahlhorner SV einer der 30 Stützpunktvereine der Initiative „Integration durch Sport“ ist, initiiert vom Landessportbund, bekommt er finanziell und organisatorisch Unterstützung.

Eines ist für Ludger Stratmann auch künftig klar: Aufgrund der Sprache wird kein Spieler ausgeschlossen.

 
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